
meine ersten brüder waren die bäume. schon mit fünf ergötzte ich mich ab der kühle unter ihnen in der sommerhitze. mit 4zehn begann ich sie zu erforschen. ich hatte das glück, dass in unserer umgebung viele ahnen um die welt reisten, fand also auch exoten wie den ginko oder die araukarie. in meinem heimatdorf wuchs ein geschützter ginko, mehr als 40 meter hoch. ein weibliches exemplar, das der hausbesitzerin sorgen machte. die früchte stinken nämlich penetrant nach gerbsäure wenn sie auf den boden fallen. ich sammelte samen und sämchen von sämtlichen bäumen der umgebung. ich schoss bilder, presste im herbst blätter und machte gipsabdrücke von rinden. erst später lernte ich mit den bäumen zu sprechen.

ersten kontakt mit meinen steinbrüdern hatte ich etwa mit 10. ich fand einen wundervollen kristall um ihn nach einer viertelstunde auch wieder unter riesen felsblöcken zu verlieren. damals machte ich die erfahrung, dass ein noch so schones geschenk nie dasselbe ist wie ein geschenk, das man sich selber schenkt. mein damaliger freund moriz schenkte mir einen anderen kristall, ich glaube sogar mehrere. aber den kristall, den ich selber fand werde ich nie vergessen. es ist wie mit der weisheit. nur selbstentdeckte weisheiten sind wertvoll. heute kannst du im internet alles was du willst nachlesen. aber erst wenn du es verinnerlicht hast und die weisheiten lebst, bist du teil der weisheit.

meine liebste schwester ist die schönheit. als ich einmal eine zeit in den philippinen verbrachte, vermisste ich die schönheit der natur. überall war sie von abfall umgeben. schliesslich suchte ich die schönheit im hässlichen. ja, auch dies ist möglich. viele meiner bilder konzentrieren sich um harmonie, schönheit und rhythmus.
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